2011

Wiesbaden/Frankfurt. - Der Katastrophenschutz Hessen erhält weitere 53 Krankentransportwagen (KTW) des Typ B. Innenminister Boris Rhein übergibt heute die Fahrzeuge in der Branddirektion Frankfurt am Main an die Vertreter der Landesverbände der Hilfsorganisationen für den Bereich des Regierungspräsidium Darmstadt.
Das DRK Beerfelden war vor Ort und bekamen für dieses  Fahrzeug den Schlüssel überreicht.
„Ich bin stolz, dass mit den heute übergebenen 53 Krankentransportwagen Typ B eine stattliche Beschaffungsaktion von Krankentransportwagen ihren Höhepunkt und Abschluss findet“, sagte der Innenminister. „Mit diesen 53 Fahrzeugen löst das Land sein Versprechen ein und stattet die 38 Sanitätszüge des Landes vollständig mit modernen Krankentransportwagen aus.“
So wurden in den letzten beiden Jahren insgesamt 96 KTW Typ B mit einem Gesamtwert von rund 7,8 Millionen Euro beschafft. Zusammen mit den bereits zuvor vom Land erworbenen 56 Rettungswagen steht eine zeitgemäße Krankentransportflotte im Umfang von 152 Fahrzeugen in den Sanitätszügen zur Verfügung, die noch von 38 organisationseigenen Fahrzeugen ergänzt wird.
Der KTW Typ B ist mittlerweile bundesweit zum Erfolgsmodell geworden. Bund und Länder haben 1200 Fahrzeuge dieses Typs in Auftrag gegeben. Mit ihm sind der zeitgleiche Transport von bis zu zwei liegenden und einem sitzenden

 
   

Patienten und deren adäquate medizinische Grundversorgung möglich.
Der Preis eines jeden KTW beträgt rund 80.000 Euro.
Die gemeinsam von Bund und Ländern mit den Hilfsorganisationen und den Feuerwehren entwickelte Ausstattung ist bundesweit einheitlich. Sie stimmt mit der Ausstattung des Bundes in den Medizinischen Task Forces weitgehend überein, sodass eine reibungslose Zusammenarbeit und Unterstützung bestmöglich sichergestellt ist.
Die „Neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland“ des Bundes und der damit verknüpfte teilweise Rückzug aus dem Katastrophenschutz, haben die Länder vor große Herausforderungen gestellt. Der Bund wird sich beispielsweise künftig im Bereich des medizinischen Katastrophenschutzes in Hessen auf die vier Medizinischen Task Forces (MTF) beschränken und darüber hinaus keine weiteren Einheiten mehr ausstatten.
„Das Land Hessen stellt sich dieser Herausforderung“, so Rhein, „wir werden bis Ende des Jahres in einer beispielhaften Kraftanstrengung rund 21 Millionen Euro zusätzlich für die Ausstattung der Einheiten des Katastrophenschutzes aufgewendet haben.“

2010

Mann auf den Gleisen wird gerettet

Störfall: Ein psychisch Kranker bewirkt Behinderungen im Zugverkehr am Donnerstag, weil er auf dem Himbächelviadukt herumläuft - Die Polizei hält ihn davon ab, hinunter zu springen

ERBACH. 
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Gestoppt hat ein Zug der Vias auf dem Himbächelviadukt zwischen Hetzbach und Ebersberg am Donnerstag, weil ein Mann sich in Selbstmordabsicht auf den Gleisen aufhielt. Verhandlungsführer der Polizei hielten ihn davon ab, sich mit einem Sprung in die Tiefe selbst zu töten. Foto: Guido Schiek

Ein Personenzug der Vias stoppte auf der Fahrt von Eberbach nach Erbach beziehungsweise Frankfurt am Donnerstag kurz nach 11 Uhr auf dem Himbächelviadukt, weil dort jemand auf den Gleisen herumlief. Der Triebwagenführer leitete eine Schnellbremsung ein, stieg aus und versuchte mit dem 48-Jährigen aus Michelstadt ins Gespräch zu kommen.

 

Der Mann hatte offenbar die Absicht, sich mit einem Sprung in die Tiefe zu töten. Er hatte starke Stimmungsschwankungen. Dies bestätigte das über den Notfallmanager der Deutschen Bahn AG informierte Polizeipräsidium Darmstadt auf ECHO-Anfrage. Von dort wurden der psychologische Dienst und die sogenannte Verhandlungsgruppe verständigt. Die Verhandlungsgruppe traf mit sieben Fachkräften am Viadukt ein.

 

Inzwischen waren die Fahrgäste aus dem Zug ausgestiegen. Für sie hatte der private Betreiber der Strecke, die Vias, einen Ersatzbus angefordert, der aber nicht mehr zum Einsatz kam. Den geschulten Polizisten gelang es, den Mann von seinem Vorhaben abzubringen. Er war bereits in psychologischer Behandlung. Die psychiatrische Klinik in Heppenheim hatte er an diesem Tag verlassen, um Besorgungen zu erledigen.

 

Die Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz aus Beerfelden waren im Einsatz, ebenso ein Notarzt und zwei Streifen der Polizei. Die Passagiere, die schließlich wieder einsteigen und weiterfahren konnten, und die Helfer wurden vom DRK mit heißen Getränken versorgt.

 

Bis 14.25 Uhr war der Zugverkehr unterbrochen, wie Jochen Auler vom Vias-Notfalldienst bestätigte. Zwischen Erbach und Eberbach ersetzten Busse zwei Zugverbindungen. Ab Erbach verkehrten Ersatzzüge nach Darmstadt und Frankfurt. Die Sperrung führte zu Verspätungen. Um 15.49 Uhr fuhr wieder ein Zug planmäßig.

Junge Helfer vor großer Kulisse

Hauptübung: Nachwuchs von Feuerwehr und Rotem Kreuz hat Aufgabe schnell im Griff

BEERFELDEN. 
Das kann sich sehen lassen, wie die jungen Beerfelder Brandschützer ihre Aufgabe angehen. Am Samstag hatten sie zusammen mit gleichaltrigen DRK-Helfern ihre Hauptübung. Foto: Ekkehard Canis

 

Koordinierte Rettungseinsätze zu üben, gehört schon bei den Nachwuchskräften von Feuerwehr und DRK zum Pflichtprogramm. Und wenn die Jugendfeuerwehren von Beerfelden mit den jungen Helfern des örtlichen Roten Kreuzes zur jährlichen Hauptübung antreten, ist auch die Bevölkerung zur Stelle, um das Geschehen kritisch zu beobachten. 22 Jungfeuerwehrleute im Alter von zehn bis 17 Jahren zeigten, was sie übers Jahr gelernt haben und wie gut sie bereits mit dem Gerät umgehen können.

 

Angenommen wurde eine defekte Heizungsanlage des evangelischen Gemeindezentrums, die in Flammen stand. Bei dem Versuch, den Brand selbst zu löschen, zog sich ein Kind Brandverletzungen zu, ein weiteres Kind erlitt eine Rauchvergiftung. Beide Personen wurden geborgen und zum DRK-Verbandsplatz gebracht, wo junge Helfer fachgerecht Verbände anlegten, mit Sauerstoff beatmeten und Herz-Kreislauf-Kontrollen vornahmen.

 

Inzwischen hatten die Jugendlichen aus vier vorgefahrenen Feuerwehrwagen genügen Schläuche geholt und die Wasserversorgung sichergestellt, begannen mit der Brandbekämpfung an beiden Seiten des Gebäudes. Alles verlief präzise, bald waren die Flammen unter Kontrolle.

 

Bei der Abschlussbesprechung zeigte sich Jugendfeuerwehrwart Marc Gärtner sehr zufrieden über den Verlauf der Übung. Auch der Leiter des Jugend -DRK, Ronny Oprins, dankte seinen acht Helfern für die gute Zusammenarbeit.

Brand bei Holzfirma - heikles Szenario

Feuerwehrübung: Beerfelder Brandschützer und Rettungskräfte proben den Ernstfall bei der Zimmerei Ihrig

BEERFELDEN. 
 
Die Drehleiter wurde gebraucht, nachdem die Brandschützer von Beerfelden zur Zimmerei Ihrig ausgerückt waren. Foto: Ekkehard Canis

 

 

Pünktlich um 15 Uhr ertönten am Samstag in Beerfelden die Sirenen zur groß angelegten Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Beerfelden. Die Zimmerei Ihrig an der Siemensstraße hatte in der Leitstelle Feueralarm gemeldet. Da die Firma ein Holz verarbeitender Betrieb ist, über Holzsilos für Holzspäne verfügt, Öl- und Feststoffbrenner sowie gehacktes Holz in der großen Halle lagern, war der Brand sehr brisant.

 

Unter reger Anteilnahme der Beerfelder Bevölkerung trafen nur Minuten später die Einsatzkräfte mit Löschfahrzeugen, Drehleiter und technischem Gerät am Einsatzort ein. Die Übungsvorgabe: Eine Staubexplosion, die durch einen Defekt an der Heizungsanlage entstanden war, hatte einen Großbrand verursachte.

 

 

Drei Mitarbeiter der Firma erlitten dabei Verletzungen. Eine Person, die auf dem Dach nach der Störung am Silo suchte, wurde schwer verletzt und lag bewusstlos neben dem Vorratssilo und musste von dort mittels Drehleiter von speziell ausgebildeten Einsatzkräften gerettet werden. Erstmalig wurde dabei eine Technik angewandt, wie sie für Verletzte oder in Bergnot geratene Personen in den Alpen benutzt wird. Eine zweite Person erlitt Verletzungen durch die Wucht der Explosion, eine Büroangestellte hatte eine Rauchvergiftung erlitten, weil sie das erste Obergeschoss nicht mehr über das Treppenhaus verlassen konnte. Sie musste durch ein Fenster im ersten Stock ebenfalls mit der Leiter geborgen werden.

 

Die Verletzten wurden schließlich der DRK-Bereitschaft übergeben, dort erhielten sie eine fachgerechte Erstversorgung, der anwesende Feuerwehrarzt veranlasste die weitere Versorgung. Vierzehn Wehrleute mit Atemschutzgeräten kamen zum Einsatz, um nach weiteren Personen zu suchen und mögliche Verletzte zu bergen.

 

Während der Personenrettung, so das Übungsszenario, kam es dann zu einer erneuten Rauchgasdurchzündung und damit zum Vollbrand des Gebäudes.

 

Über den Hydranten wurde parallel zur Menschenrettung die Wasserversorgung ermöglicht und sofort mit der Löschung der Brände begonnen. Die Übung lief zügig und überlegt ab und zeigte, dass die Beerfelder Feuerwehr ein verlässlicher Partner für Rettung aus Notsituationen und beim Katastrophenschutz ist. Wehrführer Rolf Scheuermann bedankte sich im Abschlussgespräch (Manöverkritik) bei seinen Kameraden und lobte die vorbildliche Bereitschaft und Mitarbeit des DRK Beerfelden.

 

Zur Übung waren auch der Bürgermeister der Stadt Beerfelden, Gottfried Görig, Vertreter der Gemeinde, des Magistrats und Stadtverordnete gekommen. Auch Görig bedankte sich für die Arbeit und die geleisteten Einsätze der vergangenen Jahre und das gute Abschneiden bei den Leistungswettbewerben, die als Parameter für den Leistungsstand der Wehren zu werten sind.